6+ Fintech-Anbieter für die Online Vermögensverwaltung

Jeder Mensch hat Träume, die er sich irgendwann erfüllen möchte und jeder möchte auch im Alter abgesichert sein und seinen Ruhestand ohne finanzielle Sorgen genießen. Altersvorsorge und Vermögensaufbau spielen deshalb für die meisten Menschen eine wichtige Rolle. Oft fehlen aber Zeit und vor allem die notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen, um eine sinnvolle Entscheidung für die Geldanlage zu treffen. Während man früher zum Bankberater oder einem – oft selbst ernannten – Vermögensberater ging, eröffnen sich heute mit der Online Vermögensverwaltung ganz andere Möglichkeiten.

FinTech Startups verändern den Markt

Das Thema Online Vermögensverwaltung erfreut sich in der FinTech Startup Szene großer Beliebtheit. FinTech Anbieter zur Online Vermögensverwaltung machen den etablierten Banken nicht nur ernsthafte Konkurrenz. Sie sind vielmehr dabei, den Anlagemarkt zu revolutionieren und mehr Menschen Zugang zu einer professionellen Vermögensverwaltung zu geben. Online-Vermögensverwalter, auch Robo-Advisor genannt, helfen mit ausgefeilten Algorithmen bei der Geldanlage. Die bekanntesten Wettbewerber heißen Vaamo, LIQID, Scalable Capital, wikifolio, Easyfolio, Growney oder Quirion.

Wie das Statistikportal statista 2016 ermittelte, verwalten die deutschen Plattformen zusammen etwa eine Milliarde Euro, Tendenz: stark wachsend. In diesem Beitrag auf FinanzNews.info möchten wir das Prinzip von Robo-Advice erklären und einige der Online Vermögensverwalter vorstellen.

Robo Advice – Was ist das?

Die Bezeichnung Robo-Advisor ist ein Kofferwort und setzt sich aus den englischen Wörtern Robot (Roboter) und Advisor (Berater) zusammen. Robo-Advice ist ein systematischer, größtenteils automatisierter Prozess und Robo-Advisor haben die Arbeit von Analysten zu großen Teilen übernommen.

Das Prinzip ist einfach erklärt. Zunächst legt der Kunde fest, welcher Risikotyp er ist. Je nach Risikoeinstufung von „sehr konservativ“ bis „sehr risikofreudig“ bietet der Vermögensverwalter ein entsprechendes Portfolio. Da ein Algorithmus die Erstellung und die laufende Überwachung und Anpassung der Portfolios übernimmt, können Anleger so vor emotional bestimmten Anlageentscheidungen geschützt werden. Grundsätzlich wird dabei in passive und aktive Strategie unterschieden. Während bei der passiven Strategie vorgegeben ist, in welche Fonds der Robo-Advisor in welchem Umfang investiert, folgt ein Robo-Advisor mit aktiver Strategie einem finanzmathematisches Modell, nach dem die Einlagen zwischen den einzelnen Anlageklassen umgeschichtet werden.

Die weitestgehende Automatisierung vieler Prozesse ermöglicht geringere Gebühren, als beim provisionsbasierten Beratermodell. Zudem steigt nicht nur die Effizienz der Anlage, sondern durch eine einfache, digitale Benutzeroberfläche können Kundeninteraktionen deutlich verbessert werden. Dies bietet mehr Transparenz bei der Geldanlage und ermöglicht geringere Mindestanlagebeträge für ein komplett verwaltetes Portfolio.

Einige Online Vermögensverwalter kurz vorgestellt

Zahlreiche Anbieter für Online Vermögensverwaltung haben das Potenzial erkannt und sich mit verschiedenen Strategien am Markt etablieren können. Einige der bekanntesten Robo Adviser stellen wir hier vor:

Scalable Capital – Vermögensverwaltung der Zukunft

Scalable Capital wurde im Dezember 2014 in München gegründet und ist seit 2016 als Online Vermögensverwalter aktiv. Scalable Capital agiert in Deutschland und Großbritannien und verzeichnet derzeit ein Anlagevolumen von mehr als 175 Millionen Euro. Damit zählt Scalable Capital weltweit zu den wichtigsten Robo-Advisorn.

Kunden können bei der Anlage eins von 23 Risikoprofilen auswählen. Die Mindesteinlage beträgt 10.000 Euro und Sparpläne sind ab 50 Euro monatlich möglich. Investiert wird bei Scalable Capital über Exchange-Traded-Funds (ETFs) in bis zu sieben verschiedene Anlageklassen (z.B. Aktien oder Anleihen), die bis zu 8.500 Einzelwerte aus bis zu 90 Ländern abbilden. Als Robo Advisor der neuen Generation betreibt das FinTech ein aktives Risikomanagement. Wenn es aufgrund der Marktentwicklung sinnvoll erscheint, schichtet Scalable Capital das Portfolio automatisch um, um für den Kundeneine optimale Rendite zu erzielen.

vaamo – Die digitale Geldanlage

Die vaamo Finanz AG ging mit ihrem Geldanlage-Portal für Privatanleger bereits im April 2013 online. Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, Privatanlegern einen einfachen Einstieg in die private Geldanlage und den Vermögensaufbau zu ermöglichen. Aus diesem Grund gibt es bei vaamo keine festgeschriebene Mindesteinlage. Sparpläne sind ab 10 Euro monatlich möglich.

Die Plattform ist benutzerfreundlich und intuitiv bedienbar. Als Anlagestrategie wurde die passive Vermögensverwaltung gewählt. Nach der Einrichtung eines persönlichen Profils, des Sparziels und des Wunschbetrages empfiehlt vaamo eine individuelle Anlagestrategie. Das Portfolio beinhaltet Unternehmensaktien aus aller Welt sowie Unternehmens- und Staatsanleihen. Je nach Risikoprofil werden diese dabei unterschiedlich stark gewichtet. Dadurch sind die Risiken am Kapitalmarkt überschaubar und die Geldanlage selbst für Laien relativ leicht verständlich, weshalb die vaamo Plattform besonders für Einsteiger mit einem Vermögen ab 50.000 Euro bestens geeignet ist.

fintego – Das clevere ETF-Depot

fintego agiert seit Anfang 2014 als Robo-Advisor der European Bank for Financial Services GmbH (ebase), die selbst zur comdirect Gruppe gehört. comdirect ist eine der führenden B2B Direktbanken in Deutschland, die eine Vielzahl von Lösungen für einen erfolgreichen Vermögensaufbau sowie eine flexible Anlage von Vermögen bietet.

Über das fintego Managed Depot können Kunden in ein professionell gemanagtes Portfolio auf Basis von ETFs investieren. Dabei stehen – je nach Risikobereitschaft des Kunden – fünf unterschiedliche Anlagestrategien zur Auswahl. Die Mindesteinlage beträgt nur 2.500 Euro und fällt beim Abschluss eines Sparplans ab 50 Euro monatlich komplett weg. Damit ist ein Depot bei der fintego Online Vermögensverwaltung auch für Kleinanleger eine sinnvolle Wahl.

WHITEBOX – Einfach gut angelegt

WHITEBOX ist ein Online Vermögensverwalter aus Weil am Rhein, der im Juli 2014 gegründet wurde und seit Mitte Januar 2016 am Markt aktiv ist. Wie Scalable Capital gehört auch WHITEBOX zu den Robo Advisors der neuen Generation, die für ein aktives Risikomanagement stehen. Das heißt, dass bei Erfordernis manuell in die Zusammensetzung von Kundenportfolios eingegriffen werden kann und wird.
WHITEBOX bietet 10 unterschiedliche Anlagestrategien und ermöglicht einen Einstieg ab 5.000 Euro Mindesteinlage. Ein Sparplan ist WHITEBOX sogar mit nur 5 Euro monatlich realisierbar, sofern die Mindesteinlage eingezahlt wurde. Investiert wird das Geld in bis zu 21 verschiedene Anlageklassen aus den Bereichen Aktien, Anleihen und Geldmarkt. Dabei kommen ausschließlich passiv verwaltete, kostengünstige ETFs und Exchange-Traded-Commodities (ETCs) zum Einsatz.

Aufgrund der Transparenz und der relativ geringen Mindesteinlage ist WHITEBOX für eine breite Schicht von Anlegern – insbesondere Einsteiger – attraktiv, zumal sogar innerhalb von zwei Wochen mittels Teil- oder Vollauszahlung über das Guthaben verfügt werden kann.

quirion – Die Online-Anlageplattform der Quirin Bank

Die im November 2013 gegründete Online-Vermögensverwaltung quirion ist die Online-Anlageplattform der Quirin Privatbank AG mit Sitz in Berlin. Durch den Anschluss an die Quirin Bank verfügt quirion über eine Banklizenz. Das Unternehmen ist deshalb ein Vermögensverwalter mit BaFin-Lizenz. Die Mindesteinlage bei quirion beträgt 10.000 Euro und ein Sparplan ist ab 100 Euro monatlich möglich.

quirion verfolgt eine passive Investmentstrategie und verzichtet darauf, aktiv Einfluss auf die Zusammenstellung der Portfolios zu nehmen. Auf der Basis des Anlegerprofils erhält der Kunde einen individuellen Anlagevorschlag. Die Portfolios beinhalten Aktien und Anleihen, die in Form von ETFs in mehr als 10.000 Aktien und Anleihen weltweit investiert werden.

LIQID – Vermögensverwaltung. Aber richtig.

LIQID ist ein deutsches FinTech Startup mit Sitz in Berlin. Das Unternehmen ist mit seiner Plattform seit 2016 online und wurde in diesem Jahr mit dem Titel FinTech Startup 2017 ausgezeichnet. Im Mai 2017 hat LIQID die Marke von 100 Millionen Euro verwalteten Anlagegeldern überschritten.

LIQID ist kein klassischer Robo Adviser, da nicht ausschließlich Algorithmen bei der Auswahl der Anlage agieren, sondern auch menschliches Know-how eingesetzt wird. Dazu setzt LIQID auf die Expertise von erfahrenen Kapitalmarktexperten. Damit zählt das Unternehmen zur Kategorie Robo-Advisor mit aktivem Risikomanagement. LIQID bietet sowohl aktive, als auch passive Portfolios zur Geldanlage ab einer Mindesteinlage von 100.000 Euro an und richtet sich damit gezielt an vermögende Kunden, die nach Alternativen zu klassischen Geldanlagen suchen. Zielgruppe sind vor allem Unternehmer, Berater, Anwälte, Ärzte und Führungskräfte.

VisualVest – Nachhaltige Geldanlage durch „Greenfolios“

Die VisualVest GmbH ist ein passiver Robo Adviser mit Sitz in Frankfurt/M.. Die Tochter der Union Investment ging 2016 an den Markt. VisualVest bietet seinen Kunden unterschiedliche Anlagestrategien. Neben sieben „klassischen“ ETF-Portfolios stellt der Anbieter sieben aktiv verwaltete Fonds bereit. Hinzu kommen drei so genannte „Greenfolios“, in denen ausschließlich in nachhaltige Fonds investiert wird. Mit diesem gewissen Alleinstellungsmerkmal eignet sich der Anbieter insbesondere für Kunden, die Wert auf nachhaltige Anlageformen legen.

Die Mindesteinlage bei VisualInvest liegt bei 500 Euro, Sparpläne können aber bereits ab 25 Euro monatlich realisiert werden, mit und ohne zusätzliche Einmalanlage.

Fazit

Der Online Anlagemarkt bietet eine Vielzahl von Alternativen für die unterschiedlichsten Anlegertypen. Dabei ist eine besondere Dynamik zu beobachten. Immer mehr Anbieter drängen auf den Markt und richten ihre Portfolios zunehmend an den Bedürfnissen und Wünschen ihrer Kunden aus. Dabei stehen Flexibilität, Mobilität und interessante Renditemöglichkeiten im Fokus, ohne jedoch die Themen Sicherheit und Kosten aus dem Auge zu verlieren.

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